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Der Predigt ging ein Prüfungsgespräch mit den Konfirmanden voraus, in dem eine Videopräsentation zum Sinn des Abendmahls eine Rolle spielte. Das letzte Bild daraus war auch während der Predigt zu sehen.

Was hat Jesus uns hier auf der Erde hinterlassen, als er zurückging zu seinem Vater im Himmel? Eine Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft von Menschen, die sein Werk fortsetzen. Eine Gemeinschaft von Menschen, unter denen er lebt.

Deswegen war das letzte, was er tat, solange er noch nicht gefangen war, das, was wir uns vorhin in diesem Schema angesehen haben: er hat seinen Jüngern gezeigt, wie sie diese Gemeinschaft organisieren sollten - mit Brot und Wein und der Erinnerung an ihn. Und er hat gesagt: das ist der neue Bund. Ein neues Bündnis wird zwischen Gott und den Menschen geschlossen, und im Abendmahl wird das immer wieder bestätigt: ja, wir sind die Leute aus dem Jesus-Bündnis.

Brot und Wein hatte ja jeder im Haus. Man brauchte keine besonderen oder teuren Sachen, um sich als die Gemeinschaft Jesu zu treffen, und man konnte es überall. Äußerlich gesehen war es so was von gewöhnlich. Und trotzdem war das eine Gemeinschaft, durch die man Anschluss bekam an die verborgene Seite unserer Welt. Die verborgene Seite ist Jesus, auferstanden aus dem Tod, wie er jetzt schon im Hintergrund der Welt lebt und die Welt erneuert.

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Wir haben ja vorhin auch dieses Bild gesehen mit dem auferstandenen Jesus, der wie eine Tür zu einer farbigen, schönen Welt gestaltet war. Das heißt: Jesus bringt die neue Welt Gottes mit. Diese Welt hatte Gott im Sinn, als er alles schuf. Und sie ist sozusagen schon ganz in Jesus enthalten, sie muss nur noch entwickelt werden. Und immer wenn Menschen sich als die Gemeinschaft Jesu treffen, dann lassen sie diesen Einfluss an sich heran. Sie lassen sich so beeinflussen, dass etwas von Jesus an ihnen sichtbar wird. Und dann realisiert sich unter ihnen eine weitere Seite dieser neuen Welt.

Menschen brauchen das, dass sie in Kontakt sind mit der neuen Welt Gottes. Die sichtbare Seite der Welt, wo man Tag für Tag aufsteht und arbeitet oder zur Schule geht und seine Aufgaben erledigt und isst und trinkt und den Abend vor dem Fernsehen beschließt - das ist nicht genug für uns. Wir brauchen auch einen Zugang zu der Welt dahinter - zu dem Geheimnis hinter allem, was wir so erleben. Wenn man das nicht hat, dann verkümmert etwas in uns. Dann stirbt die Hoffnung, und wir erwarten nichts mehr. Dann werden wir platt und oberflächlich, Menschen ohne Tiefgang, Menschen ohne Rückgrat. Krank können wir davon werden, wenn wir eingesperrt sind in dem, was man messen und zählen kann.

Sie können die Präsentation auch als Flash-Datei öffnen (allerdings fehlen die bewegten Effekte). Zum Weiterschalten einfach auf die Bilder klicken!

Jesus hat deshalb eine Gemeinschaft hinterlassen, die immer wieder darauf stoßen soll, dass in dieser Welt etwas verborgen ist. Etwas Größeres, was uns massiv fordert und auf unerwartete Weise beglückt. Und dieses letzte, was Jesus den Jüngern hinterlassen hat, dieses Abendmahl, das erinnert uns daran. Hinter Brot und Wein wartet der auferstandene Jesus und seine Alternative, und wenn wir an dieser einen Stelle mit ihm verbunden sind, dann werden wir ihn überall entdecken. Wir werden die geheime neue Welt Gottes auch in den dunkelsten Ecken sehen können.

Bei Scott McKnight,
A community called atonement, 3f.
Eine Besprechung des Buches findet sich hier ...

Ich habe neulich eine Geschichte gelesen von einer Frau, die in einen Krankenhaus arbeitet. In einem ganz normalen Krankenhaus, wo die ganze Breite des menschlichen Lebens durchkommt. Sie erzählt davon, wie sie eines Tages nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen zu ihrer Schicht geht, sie hat Wochenenddienst. Das bedeutet Notfälle, Gewalt, viel Zerstörung. Und dann bekommen sie einen Obdachlosen eingeliefert, der völlig verdreckt ist, der stinkt und ganz verkrustete kaputte Füße hat. Er ist gar nicht bei sich, redet vor sich hin, hat sich längst aus seinem Leben verabschiedet. Und ausgerechnet sie trifft es, sie soll ihn sauber machen.

Vorsichtshalber bekommt sie zum Schutz noch einen stämmigen Mann vom Sicherheitsdienst dazu. Und wie sie noch vor dem Duschraum warten, guckt sie sich den Mann an, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist, völlig heruntergekommen, und ihr wird klar, dass es keinen gibt, der diesen Mann liebt. Alle versuchen, einen möglichst großen Abstand zu ihm zu halten. Und sie fragt sich, was wohl alles passiert ist, dass aus einem Menschen so ein Wrack werden kann, vor dem sich alle nur grausen. Und dann erinnert sie sich daran, dass es einen gibt, der sich nicht von diesem Menschen verabschiedet hat, nämlich Jesus. Und sie sagt sich: ich will dafür sorgen, dass dieser Mann wenigstens für 10 Minuten die Liebe Jesu spüren kann. Und während er duscht wärmt sie ihm Handtücher vor und stellt ihm einen bequemen Stuhl hin und dann hilft sie ihm da hin und badet seine völlig verkrusteten Füße in zwei Schalen mit warmen Wasser und versorgt sie und tut das nicht so schnell wie möglich, sondern mit aller Sorgfalt und Freundlichkeit. Und der Mann vom Sicherheitsdienst, der vorher gegrinst und sich über den Obdachlosen lustig gemacht hat, der fängt auf einmal an, ihr zu helfen und ihr die Handtücher zuzureichen. Und dann guckt sie hoch zu ihrem Patienten, und da ist er ganz klar und hat Tränen in den Augen und sagt: »Danke.« Und sie versteht, dass es bei ihm angekommen ist, durchgedrungen durch den Nebel aus Trauer, Alkohol und Hoffnungslosigkeit. Aus dem stinkenden menschlichen Wrack ist einer wie wir geworden, mit einem Gesicht, mit einem Herzen, mit Würde. Und sie sagt: in dem Moment habe ich in und hinter ihm Jesus gesehen.

Es gibt hinter allem immer noch eine verborgene Wirklichkeit, und die kann sichtbar werden auch an einem verwahrlosten, stinkenden Mann, den alle schon aufgegeben haben, und an einem abgebrühten Mann vom Sicherheitsdienst, der schon längst zynisch geworden ist in seinem Job. Aber es muss jemand da sein, die das in der Gemeinschaft Jesu gelernt hat und die es auch für andere sichtbar machen kann, und zuerst muss sie sich selbst wieder daran erinnern, und das ist nicht immer leicht. Und wenn das, was da geschieht, auch nur ein winziges Puzzleteil ist, aber die neue Welt Gottes wächst aus solchen kleinen Puzzleteilen. Und das funktioniert, weil Jesus seit seiner Auferstehung im Hintergrund der ganzen Welt lebt. Und durch dieses Abendmahl, mit dem er seine Leute organisiert hat, wird das hier und hier und hier sichtbar.

Und wir erinnern uns und sagen: ja, an dieser neuen Welt will ich Anteil haben, Jesus soll auch in mir leben, damit auch um mich herum die Liebe Gottes sichtbar werden kann, die Hoffnung schenkt und wirkt. Vielleicht mache ich es nicht gut, vielleicht vergesse ich es immer wieder, vielleicht muss ich noch ganz viel lernen.

Wahrscheinlich mache ich das ganz anders als andere, eben auf meine Art. Aber wichtiger ist, dass ich dabeigewesen bin, dass ich auch Anteil habe an der neuen Welt Gottes, dass ich von Jesus beeinflusst bin. Und wenn eines Tages der Vorhang weggezogen wird und die neue Welt Gottes für alle sichtbar wird, dann werde ich dazugehören, und der Bund, den ich jetzt mit Jesus geschlossen habe, der wird auch dann bestehen bleiben. Und dann wird Jesus mit uns ein großes Fest feiern, und all diese kleinen Puzzleteile werden sich zu einem Ganzen zusammensetzen, und wir werden staunen und uns freuen, dass wir da dabeigewesen sind.